Von der Theorie zur Textur: Der Naht- und Knotenkurs des FVDZ an der FSU Jena

Von Dr. Birgit Götzrath

In der chirurgischen Zahnmedizin ist die präzise Wundversorgung das Fundament für eine erfolgreiche Heilung. Der LV Thüringen des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte bereitet seit vielen Jahren die Studierenden der Zahnmedizin an der Friedrich-Schiller- Universität Jena mit einem Naht- und Knotenkurs gezielt auf diese handwerkliche Herausforderung vor. Am 11.04.2026 fand unter Mitwirkung von Zahnarzt Hannes Julpe, Dr. Elisabeth Triebel, Vorsitzende LV Thüringen und Mitglied des Bundesvorstandes FVDZ und Dr. Birgit Götzrath ein Kurs für 41 Studenten in Jena statt.

Während das Studium der Zahnmedizin oft von digitaler Planung und hochmodernen Werkstoffen geprägt ist, bleibt die chirurgische Naht eine klassische „Handwerkskunst“. Um den Übergang vom Phantomsaal in die Klinik zu meistern, setzt der FVDZ auf ein intensives Praxistraining. Der Kurs ist so konzipiert, dass er die theoretischen Grundlagen der Materialkunde mit haptischer Erfahrung verknüpft.

Materialkunde und Ergonomie

Zu Beginn des Kurses stand die Auseinandersetzung mit den Instrumenten. Welcher Nadelhalter bietet das beste Feedback? Wann ist ein monofiler Faden einem Geflochtenen vorzuziehen? Die Studierenden lernen, dass die Wahl des Materials entscheidend für die lokale Gewebereaktion und das Infektionsrisiko ist. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Ergonomie – der korrekten Haltung von Nadelhalter und Pinzette um auch bei den eingeschränkten Sichtverhältnissen im posterioren Bereich präzise arbeiten zu können.

Vom einfachen Knoten zur plastischen Deckung

Die praktische Ausbildung erfolgt schrittweise. Am speziellen Übungsmodell – am Schweineohr- werden zunächst die Basistechniken wie der einfachen Einzelknopfknoten perfektioniert. Erst wenn die Knotensicherheit unter Spannung gewährleistet ist, folgen komplexere Techniken.

Fazit für die Praxis

Der Kurs des FVDZ an der FSU Jena zeigt deutlich: Manuelle Exzellenz ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis repetitiven Trainings. Der Naht- und Knotenkurs ist damit mehr als nur eine „Pflichtveranstaltung“. Er ist das emotionale Bindeglied zwischen Vorklinik und dem klinischen Alltag. Der FVDZ begleitet die jungen Kollegen gern auf diesem Weg. Wer hier lernt, Knoten unter Zeitdruck und mit kühlem Kopf zu setzen, nimmt diese Souveränität mit an den Behandlungsstuhl